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Arbeitskräftemangel begegnen dank intelligenter Technologien

RZW pasfoto 2020
Ruben van der Zwan
CEO & Co-Founder
Digitalisierung Arbeitsmarkt
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Wer die Nachrichten verfolgt, dem kann es nicht entgangen sein: Der Mangel auf dem Arbeitsmarkt ist so groß wie nie zuvor. Das Centraal Bureau voor de Statistiek (das niederländische Gegenstück zum Statistischen Bundesamt) berichtete erst kürzlich, dass es zum ersten Mal seit Erfassung der Arbeitsmarktzahlen mehr offene Stellen als Arbeitssuchende gibt. Vergessen dürfen wir in diesem Zusammenhang natürlich nicht, dass Corona eine bislang noch nie dagewesene Krise ausgelöst hat und dass einige Branchen (Tourismus, Veranstaltungsindustrie) nach wie vor mit Problemen zu kämpfen haben.

Umso bemerkenswerter ist daher ein Bericht des niederländischen Radiosenders Business News Radio (BNR): Die immer noch angeschlagene Fluggesellschaft KLM, die im vergangenen Jahr wegen Covid-19 noch massiv restrukturieren musste, ist nun auf intensiver Suche nach IT-Fachkräften. Und in der Automobilindustrie, die während der Lockdowns und aufgrund der stagnierenden Lieferungen von Mikroprozessoren ebenfalls mit starkem Gegenwind konfrontiert war, hat die Knappheit auf dem Arbeitsmarkt nun ein kritisches Niveau erreicht, berichtet der BOVAG (niederländischer Verband der Automobilhändler und Werkstattinhaber). Jede fünfte Autowerkstatt gibt an, dass ihr Geschäftsbetrieb gefährdet ist – die Zahl der Mitarbeiter, die morgen anfangen könnten, hat sich innerhalb eines Quartals (!) auf 4600 verdoppelt. Nach Angaben des Branchenverbandes ist der Mangel unter anderem auf die Überalterung der Bevölkerung zurückzuführen.

Mehr ältere Menschen auf dem Arbeitsmarkt

Europaweit wird über die Höhe des Renteneintrittsalters debattiert. Maßgeblich sind hierbei zwei Aspekte. Nicht nur das tatsächliche Renteneintrittsalter steht im Fokus, sondern auch die Frage, ob eine Zusatzrente aufgebaut wird (z. B. über den Arbeitgeber). Die Niederlande reagieren bereits recht effektiv auf die graue Welle, die über uns hinweg zu schwappen scheint. Nach Angaben des Zentralen Amts für Statistik sind aktuell 300 000 Menschen über 65 Jahre noch erwerbstätig. Das sind 100 000 mehr als noch vor fünf Jahren. Dieser Trend ist auch in anderen Ländern immer mehr zu beobachten. Doch weder hier noch in anderen Ländern bietet diese Entwicklung ausreichend Abhilfe. Eine Lösung ist selbst dann nicht in Sicht, wenn die vielen Teilzeitbeschäftigten (in der Pflege und im Bildungsbereich) ein paar Stunden mehr arbeiten. Kurzum, die Arbeitgeber müssen der strukturbedingten Knappheit Rechnung tragen. Aus diesem Grund ist eine andere Lösung erforderlich: Technologie.

Arbeitsmarkt profitiert von der Digitalisierung

Gestatten Sie mir eine positive Erkenntnis: Der derzeitige Arbeitskräftemangel zeigt, dass die Angst vor Digitalisierung, Automatisierung oder gar Robotisierung unbegründet ist. Im Gegenteil: Die Digitalisierung ist notwendiger denn je. Nicht, um Arbeitnehmer zu ersetzen (die klassische Befürchtung vieler), sondern um sicherzustellen, dass bestimmte Aufgaben überhaupt noch ausgeführt werden können.

Die Digitalisierung von vergleichsweise einfachen, repetitiven Aufgaben bietet eindeutig Perspektiven. Wie ich bereits in meinem letzten Blog geschrieben habe [Link zum ersten Blogbeitrag über scarecity], ist es beispielsweise für Reisende angenehm, bereits zu Hause für einen Flug einchecken zu können, anstatt eine halbe Stunde in einer langen Schlange am Flughafenschalter warten zu müssen. Diese höhere Kundenzufriedenheit geht Hand in Hand mit niedrigeren Kosten und höherer Effizienz für die Fluggesellschaft. Dies wird (unter anderem) möglich durch den intelligenten Einsatz von IT. Dasselbe beobachten wir auch im Gesundheitswesen. Unser Unternehmen hat zum Beispiel eine App entwickelt, mit der Gesundheitseinrichtungen Patienten von zu Hause aus aufnehmen können: Das Gesundheitspersonal wird auf diese Weise nicht unnötig belastet, und der Kunde empfindet die Anmeldung von zu Hause aus, möglicherweise zusammen mit seinem Partner, als weniger belastend, als wenn dies am Tag der Aufnahme an einem anonymen Schalter geschieht.

Gemeinschaftliche Anwendung

Auch in anderen Sektoren gibt es Innovationen, die Vorteile für den Kunden oder Anwender mit der Überbrückung von Engpässen auf dem Arbeitsmarkt verbinden. Dies ist zum Beispiel der Fall bei den örtlichen Behörden. Stadtverwaltungen und Wasserwirtschaftsämter entwickeln zunehmend Portale zur Selbstverwaltung, die eine direkte Verbindung zwischen der betreffenden Organisation und einer finanziellen Einrichtung herstellen. Ein gemeinsames Anwendungsangebot wird geschaffen.

Bürgerinnen und Bürger erhalten eine digitale Rechnung und bezahlen diese per Klick auf einen Link, durch Scannen eines QR-Codes oder direkt über eine App. Für den Kunden (Bürger) wird der Prozess dadurch sehr viel einfacher. Man beobachtet, dass die Finanzdienstleister und die zuständigen staatlichen Stellen immer enger zusammenrücken und gemeinsam ein Anwendungsangebot ausarbeiten. Die Banken unternehmen echte Anstrengungen, um die elektronische Rechnungsstellung auf breiter Basis einzuführen und Akzeptanz zu erreichen. Sowohl für sie als auch für die rechnungsstellende Einrichtung bedeutet dies eine erhebliche Entlastung der Finanzabteilung. Schließlich gibt es auch dort derzeit einen Personalmangel.

Einführung von iPaaS

Möglich wird diese Entwicklung durch die IT. Dies gilt insbesondere deshalb, weil es jetzt möglich ist, Informationen zwischen Systemen über API-Schnittstellen auszutauschen. Zudem können die Partner in einer Prozesskette Platform-as-a-Service-Lösungen (PaaS) in Anspruch nehmen. Diesen Punkt sollte man nicht unterschätzen. Dank PaaS können Drittanbieter ihren Kunden eine Umgebung zum Entwickeln, Hosten und Bereitstellen von Anwendungen zur Verfügung stellen, die die Entwickler vor der Komplexität der erforderlichen Infrastruktur schützt (Einrichtung, Konfiguration und Verwaltung von Elementen wie Servern und Datenbanken).

PaaS verbessert somit die Geschwindigkeit der App-Entwicklung und ermöglicht es dem Endkunden, sich auf die Anwendung selbst zu konzentrieren. An dieser Stelle kommt der Aspekt des Arbeitsmarktes wieder ins Spiel. Mit PaaS verwaltet der Kunde die Anwendungen, während der Provider Laufzeit, Middleware, Betriebssystem, Virtualisierung, Server, Speicher und Netzwerke innerhalb der Plattform betreut.

Die Einführung von PaaS bietet viele Vorteile. Yenlo hat mit seinen iPaaS- und IaaS-Lösungenbereits Hunderte von Unternehmen in allen Branchen dabei unterstützt, Integrationsstrategien zu implementieren und betriebliche Prozesse zu vereinfachen.